Stefan Thurn
BDB-Präsident Stefan Thurn zog auf dem zehnten Wohnungsbau-Tag am 1. März in Berlin eine positive Zwischenbilanz für das Verbändebündnis Wohnungsbau. Der BDB ist nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch für die Koordination des Verbändebündnisses Wohnungsbau verantwortlich. Links im Bild Moderatorin Anke Plättner. Foto: Redaktion/ts

Zehnter Wohnungsbau-Tag mit Fakten-Check zum Wohnungsbau 2018

„Wir haben heute einen glücklichen Tag erlebt“, sagte Stefan Thurn, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), zum Abschluss des zehnten Wohnungsbau-Tages, der damit gestern (1. März) in Berlin auch ein kleines Jubiläum feierte. Niemand hätte gedacht, so Thurn in seiner Zwischenbilanz, als das vom BDB koordinierte Verbändebündnis Wohnungsbau in 2009 ausgerufen habe, sich mit dem Thema Wohnungsbau zu beschäftigen, dass sich so viele Akteure auf allen politischen Ebenen berufen fühlen würden, mit dem Verbändebündnis über die Zukunft des Bauens zu diskutieren, um gutes und bezahlbares Wohnen in Deutschland zu ermöglichen. Dennoch müssten Bund, Länder und Kommunen ordentlich Gas geben, um von der Erkenntnis der Problemstellungen im Wohnungsbau nun in die Umsetzung kommen, hieß es auf dem Wohnungsbau-Tag.

Wenn die große Koalition es schafft, die im Koalitionsvertrag geplante „Wohnraum-Offensive“ auch umzusetzen, sei man für den Wohnungsbau in Deutschland auf einem guten Weg. Das Verbändebündnis werde das weitere Vorgehen der neuen Regierung beim Thema Wohnungsbau sehr genau verfolgen. „Wir bleiben hartnäckig", hieß es dazu abschließend in Berlin. Denn die „Wohnraum-Offensive“ von 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 drohe bereits im ersten Jahr ihr Ziel zu verfehlen. So werde es in diesem Jahr nicht gelingen, die jährliche Marke von 375.000 neu gebauten Wohnungen zu erreichen. Grund dafür seien Rückgänge bei den Baugenehmigungen im vergangenen Jahr. Diese seien gegenüber dem Vorjahr um nahezu 10 Prozent auf 340.000 gesunken. Dabei stecke im herrschenden Wohnungsmangel „sozialer Sprengstoff“.

Mittlerweile fehlen eine Millionen Wohnungen

Insgesamt fehlen nach Angaben des Verbändebündnisses bundesweit mittlerweile rund eine Million Wohnungen. Es gebe eine enorme Kluft zwischen den Wohnungen, die Deutschland brauche (400.000 Neubauwohnungen pro Jahr), und denen, die tatsächlich gebaut worden seien. „Wir haben dieses Jahrzehnt beim Wohnungsbau verloren“, hieß es.

Pünktlich zum Branchen-Gipfel hatte das Verbändebündnis am Vormittag im Rahmen einer Pressekonferenz die neue Studie „Das Baujahr 2018 im Fakten-Check“ zum Fokus-Thema Wohnungsmangel des Pestel-Instituts (Hannover) und der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE Kiel) vorgestellt. Die Wissenschaftler mahnen in ihrer Studie einen enormen Mangel an Sozialwohnungen an. Hier bestehe mittlerweile eine „gewaltige Versorgungslücke“. Der Mangel an Bauland sei, so die Studie, ein weiteres wesentliches Hemmnis für den Wohnungsbau. Die Baulandpreise ließen bezahlbaren Wohnungsbau in den Ballungsräumen bereits heute nicht mehr zu. Städte und Gemeinden wandelten zu wenig Land in Bauland um. Nur durch zusätzliches Bauland könne es allerdings gelingen, spekulative Preisübertreibungen zu bremsen. Alle alle drei Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – müssten beim Wohnungsbau wesentlich effektiver an einem Strang ziehen. Das betreffe auch den Kostenaspekt beim Bauen. So warnte das Bündnis vor kostentreibenden Verschärfungen von Gesetzen und Normen.

Die baustoffmarkt-Redaktion war vor Ort und berichtet in der März-Ausgabe ausführlich.

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