Neuralgische Punkte: Mit insgesamt 77 Prozent sind Fenster und Fenstertüren die von Einbrechern mit Abstand am meisten frequentierten „Einstiegsorte“ in Einfamilienhäusern. So lautet ein Kernergebnis der aktuellen „Kölner Studie“. Die logische Empfehlung der Polizei: Fachbetriebe mit dem Einbau zertifizierter Sicherheitstechnik beauftragen. Grafik: Roto/Kölner Studie

Einbruchschutzförderung erzielt Wirkung

Der auch von der Fenster- und Türenbranche zum Ausdruck gebrachte Wunsch nach Verstetigung der staatlichen Einbruchschutzförderung erzielt Wirkung:

Wie die KfW Bankengruppe Mitte November 2018 in einer Presseinformation eher beiläufig mitteilte, stellt das zuständige Bundesinnenministerium 2019 erneut 65 Millionen Euro für das entsprechende Zuschussprogramm zur Verfügung. Es werde seit seinem Start vor drei Jahren stark nachgefragt und habe in dieser Zeit dazu beigetragen, rund 200.000 Wohneinheiten in Deutschland sicherer zu machen. Die Unterstützung von maximal 1.600 Euro pro Objekt entfällt meist auf mechanische Systeme, heißt es in der KfW-Meldung weiter. Roto begrüßt das „positive Signal aus Berlin“, plädiert jedoch unverändert dafür, die Förderung künftig auf Neubauten auszudehnen.

Im Übrigen warnt der Beschlagspezialist ebenso wie etwa die polizeilichen Beratungsstellen davor, die zuletzt gesunkenen Deliktzahlen als „Alibi“ für nachlassendes Einbruchschutz-Engagement zu betrachten. Allein in Deutschland wiesen nach eigenen Berechnungen circa 90 Prozent der Fenster und Türen nicht das nötige RC-Niveau auf. Deshalb bleibe eine „effiziente Prävention“ unverzichtbar. 320 Einbrüche pro Tag seien Grund genug, um die Bevölkerung konsequent für das Thema zu sensibilisieren und umfassend über geeignete Sicherungsmaßnahmen aufzuklären. Wenn – wie unlängst in Potsdam geschehen – Kriminelle selbst in streng bewachten Objekten ungestört ihrem illegalen Treiben nachgehen könnten, spreche das für sich.

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Aufhebeln dominiert klar

Zur generellen „Arbeitsweise“ der Ganoven und ihrer wirksamen Bekämpfung liefere die im Sommer 2018 veröffentlichte „Kölner Studie 2017“ ebenso wichtiges wie aktuelles Basismaterial. Zu den Kernresultaten der vom Polizeipräsidium der rheinischen Metropole zum 8. Mal durchgeführten Untersuchung gehöre, dass Fenster und Fenstertüren vorwiegend im Erdgeschoss mit 77 Prozent die mit Abstand häufigsten Angriffspunkte in Einfamilienhäusern sind. In Mehrfamilienobjekten entfalle auf sie knapp die Hälfte der Einstiegsversuche. Seien sie schlecht oder gar nicht gesichert, komme das einer „Einladung an Einbrecher“ gleich. Die polizeiliche Empfehlung, Fachbetriebe mit dem Einbau zertifizierter einbruchhemmender Produkte zu beauftragen, zieht daraus laut Roto die logische Konsequenz.

Das gelte gerade mit Blick darauf, dass das Aufhebeln auf der Öffnungsseite beziehungsweise oben/unten mit insgesamt über 60 Prozent bei Fenstern sowie Balkon- und Terrassentüren der klar dominierende Weg ins Wohnungsinnere sei. Dahinter rangieren der Studie zufolge gekippte Fenster(türen) mit neun Prozent, das Aufhebeln der Bandseite und die Zerstörung des Glases mit jeweils rund acht Prozent. Erfreulich: Immer mehr Einbruchversuche scheitern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums kletterte diese Quote seit 1993 kontinuierlich von 28 Prozent auf aktuell 45 Prozent. Das zeige unter anderem die Wirksamkeit eingebauter Sicherungstechnik. Nach der Kölner Erhebung sind daran bei Fenstern und Türen mechanische Systeme zu 90 Prozent und automatische Einrichtungen zu zehn Prozent beteiligt. Die Verfasser der Studie appellieren: „Sicherungstechnik zur Einbruchprävention sollte daher für den Neubau und die Sanierungen intensiv beworben werden.“

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