Armando Cafiero, Vittorio Borelli, Andrea Serri
Der Verband Confindustria Ceramica mit seinem Präsidenten Vittorio Borelli (Mitte), dem Geschäftsführer Armando Cafiero (l.) und Andrea Serri – Verantwortlicher für die Kommunikation – gaben einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen. Foto: Confindustria Ceramica
20.12.2017 Keramikmarkt

Gute Dynamik in der italienischen Fliesenindustrie

Kurz vor Weihnachten hat der Verband der italienischen Fliesenhersteller der Fachpresse die Mengenentwicklungen des ausgehenden Jahres vorgestellt. Die vorläufigen Daten gehen von einer Produktions- und Absatzmenge von 425 Millionen Quadratmetern aus. Dies entspricht einem Zuwachs von ungefähr 2,2 Prozent. Im Jahr 2016 wurden bei einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro insgesamt 416 Millionen Quadratmeter hergestellt. Nach Meinung des Verbandes habe sich der Aufschwung der italienischen Fliesenindustrie damit weiter konsolidiert. Definitive Daten zum Umsatz teilte der Verband aufgrund von Währungsschwankungen noch nicht mit.

Die Ausfuhren beliefen sich auf ungefähr 330 Millionen Quadratmeter. Auf allen Ausfuhrmärken zeige die Absatzentwicklung einen positiven Verlauf, so der Verband in seiner Pressemitteilung. Dies gelte besonders für Zentral-Osteuropa mit einem Plus von mehr als 5 Prozent und den Fernen Osten mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent. Für die für die Italiener wichtigsten Ausfuhrmärkte USA und Deutschland diagnostizierte Verbandspräsident Vittorio Borelli ein „abgeschwächtes Wachstum“. Der Absatz in Italien verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 85 Millionen Quadratmeter.

Borelli sieht die italienische Fliesenindustrie in einer konsolidierten Aufschwungphase, die weiterhin durch ein hohes Investitionsniveau geprägt bleibt. Mit der Verlängerung der Antidumping-Maßnahmen sei für die kommenden fünf Jahre in Europa ein fairer Wettbewerb für alle Marktteilnehmer gewährleistet. Die neuen Regeln für die Anwendung von Antidumping-Maßnahmen im Rahmen der „Trade Defence Instruments“ (TDI) der Europäischen Kommission sind vom Verband hingegen mit großer Skepsis bezüglich ihrer Anwendbarkeit aufgenommen worden. Bei den neuen Regeln wird der Marktwirtschaftsstatus (MES) eine weniger zentrale Bedeutung haben, als bei dem „alten“ Verfahren, das bei der Verlängerung der Maßnahmen gegen sogenannte Chinafliesen im November 2017 wahrscheinlich ein letztes Mal zur Anwendung kam.