24.09.2019 Industrie

Sakret Gruppe muss sich in Deutschland organisatorisch neu aufstellen

Peter Aping
Peter Aping, Geschäftsführer der Sakret Europa. Foto: Sakret

Am 13. September hat das Bundeskartellamt die Sakret Trockenbaustoffe Europa GmbH & Co KG per Beschluss aufgefordert, die Vertriebsstruktur in Deutschland zu modifizieren und damit, wie es in einer Mitteilung des Bundeskartellamts dazu heißt, zugleich Sakret Europa laut Beschluss untersagt, weiterhin für ihre Gesellschafter und Unterlizenznehmer Vertriebsaufgaben beim Absatz von Trockenbaustoffen an Baumärkte und den Baustoffhandel zu übernehmen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Kleineren und mittleren Unternehmen eröffnet das deutsche Kartellrecht die Möglichkeit, im Rahmen eines Mittelstandskartells größenbedingte Nachteile gegenüber Großkonzernen auszugleichen. Im Falle von Sakret Europa erfolgte dies etwa durch einen gemeinsamen Markenauftritt und die Zentralisierung bestimmter Vertriebsfunktionen. Durch den Einstieg des Großkonzerns Knauf durch Übernahme mehrerer beteiligter Mittelständler hat der Verbund dann aber im Laufe der Zeit so hohe Marktanteile erreicht, dass eine weitere Duldung der bestehenden Strukturen durch das Bundeskartellamt nicht mehr möglich war. Eine kartellrechtskonforme Umgestaltung und Fortführung des deutschen Sakret Vertriebssystems ist aus unserer Sicht aber möglich und wäre auch zu begrüßen, um kleine und mittlere Anbieter weiterhin zu stärken."

Unter dem Dach der Sakret Europa arbeiten nach Angaben des Unternehmens in Deutschland fünf rechtlich selbständige Unternehmen zusammen.

„Wir kooperieren seit vielen Jahren mit den Kartellbehörden in Deutschland, um eine geeignete Lösung für die Zusammenarbeit in der Sakret-Gruppe zu finden. Wir unterstützen seit jeher den Wettbewerb, denn in diesem Wettbewerb können wir mit der Qualität unserer Produkte überzeugen. Um aber die Gruppe in die Zukunft zu führen, wollen wir uns in den kommenden Wochen organisatorisch neu aufstellen“, sagte Peter Aping (Foto), Geschäftsführer der Sakret Europa, zu der aktuellen Aufforderung des Bundeskartellamtes.   

Ziel sei es, mit der geplanten Neuaufstellung die Stärken der Marke weiter unterstützen, die, wie es aus dem Unternehmen heißt, seit mehr als 60 Jahren in Europa für qualitativ hochwertige Lösungen bei Trockenbaustoffen steht und ein verlässlicher Partner des Handels geworden sei. Mit 13 Werken in Deutschland und 26 in Europa gehört die Gruppe nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern von Trockenbaustoffen.

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