Das Photovoltaik-System „PV Premium“ ersetzt die Dachdeckung und lässt sich unauffällig in die Ebene der Dachdeckung integrieren. Die Verlegung kann auch mit Versatz erfolgen.
09.07.2018 Industrie

Photovoltaik für das Dach

Neben dem Energiesparen ist die Energiegewinnung im Gebäudebereich ein wichtiges Ziel unserer Energiewende. Weg von der Nutzung fossiler Brennstoffe mit CO2-Emissionen und der Verschwendung wertvoller Ressourcen. Horst Pavel erläutert deshalb die Vorteile von dachintegrierten Photovoltaik-Anlagen.

Die Nutzung solarer Energie rückt in den Mittelpunkt der technischen Entwicklung im Bauwesen. Solarenergie gilt nach den Plänen der Bundesregierung als ein wichtiger Baustein beim Umbau der Energieversorgung. Auch die Elektromobilität erfordert zunehmend dezentrale Versorgungslösungen für das Aufladen der Fahrzeuge. Dabei nehmen die Investitionskosten für Photovoltaik-Anlagen stetig ab, und auch Energiespeicherlösungen werden günstiger. Diese Entwicklung fördert die Eigennutzung des selbsterzeugten Stroms und wird durch die geänderte Förderkulisse mit reduzierten Einspeisevergütungen verstärkt. Schon jetzt ist der selbsterzeugte Strom vom Dach günstiger als der Strom, den der Verbraucher aus dem Versorgungsnetz bezieht. Dieser Trend wird sich in Zukunft mit steigenden Energiepreisen und weiter reduzierten Speicherkosten noch deutlich verstärken.

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Die Eigennutzung des selbsterzeugten Stroms ist wirtschaftlich

Dabei gilt gerade das geneigte Dach je nach Dachneigung und Orientierung als idealer Standort für eine Solaranlage. Es werden keine zusätzlichen Flächen für die Installation verbraucht, und der Ertrag von geneigten Anlagen ist besonders günstig. So kann das geneigte Dach als Nutzdach auch in der modernen Architektur wieder punkten. Zu Recht haben Architekten, Denkmalschützer, aber auch Bauherren den Wildwuchs durch aufgeständerte Solaranlagen auf unseren Dächern beklagt. Solare Anlagen beeinträchtigen häufig das Erscheinungsbild unserer Dachlandschaften. Durch ihre Befestigungstechnik werden häufig auch bautechnische Probleme mit Feuchteschäden und zerstörten Dachdeckungen erzeugt.

Indach- statt Aufdach-Lösungen

Gegenüber Aufdach-Solaranlagen zeichnen sich Indach-Lösungen durch vollständige Integration in die Dachdeckung aus. Die Module werden anstelle der Dachpfannen eingesetzt und ermöglichen so ein gestaltetes und harmonisches Deckbild, das auch besonderen ästhetischen Ansprüchen genügt. Unterschieden werden dabei rahmengebundene Lösungen sowie Elemente, die mit der Dachdeckung eingedeckt werden und Dachziegel oder Dachsteine ersetzen. Als eigenständiges „hartes“ Bedachungsmaterial übernehmen diese Elemente auch die Eigenschaften der Dachdeckung, wie die regensichernde Eigenschaft und den Brandschutz. Besonders günstig ist, dass diese Elemente die Dachdeckung nicht durchdringen und die Windsogkräfte und Schneelasten direkt in die Dachunterkonstruktion einleiten. Auch entstehen so keine zusätzlichen Lasten, ein wichtiges Argument auch für Bestandsgebäude.

Mit dachintegrierter Photovoltaik wird die Deckung eines Daches sinnvoll und kostengünstig mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage kombiniert. Dabei zeigen sich auch Kostenvorteile für dachintegrierte Lösungen. Im Bereich der dachintegrierten Anlage erübrigt sich die Ziegel- oder Dachsteineindeckung. Darüber hinaus lassen sich die PV-Elemente besonders schnell und wirtschaftlich verlegen. An den Stellen, wo die Module verlegt sind, entfällt die zeitintensive Verklammerung der Dachpfannen. Die Module der
dachintegrierten Systeme sind hinterlüftet; einmal in der Konterlattenebene und zum anderen durch spezielle Lüftungsschlitze in den Modulen. So können mögliche Leistungsverluste durch stärkere Erwärmung der Elemente verhindert werden.

Ein besonderes Element einer Dachdeckung ist beispielweise das Braas Photovoltaik-Indach-System „PV Premium“. Die dachintegrierte Anlage kann für die Dachstein-Modelle „Tegalit“, „Frankfurter Pfanne“, „Harzer Pfanne“ und „Doppel-S“ sowie den Dachziegel „Turmalin“ eingesetzt werden. Jeweils ein Modul hat die Deckbreite von sechs Dachsteinen beziehungsweise 7,5 Dachziegeln und wird auf der vorhandenen Traglattung montiert. Zum Lieferumfang des Systems gehören neben den Modulen die abgestimmten Wechselrichter und Verbindungskabel. Das System zeichnet sich durch seine große Leistungsstärke, hohe Effizienz und herausragende Ästhetik aus. Die Modulreihen können sowohl im Verband wie in Reihe verlegt werden und auch auf komplexe Dachgeome-
trien wie bei Walmdächern oder Dachverschneidungen optimierte Verlegebilder bilden. Die Module haben eine speziell entwickelte Metallwanne und ermöglichen so eine langlebige und regensichere Dacheindeckung.

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System mit Eindeckrahmen

Die Module der „Premium“-Indach-Lösung sind aus monokristallinem Silizium und haben eine Nennleistung von 100 Wp bei einem Wirkungsgrad von 16,34 Prozent. Für die Berechnung der Leistung einer Anlage ergibt sich folgender Ansatz: 10 PV-Elemente sind erforderlich, um 1 kWp zu erzeugen. Dies entspricht dem Ersatz von 60 Dachpfannen der Modelle „Tegalit“, „Frankfurter Pfanne“, „Harzer Pfanne“ oder „Doppel-S“.

Einen anderen Ansatz der Dachintegration wählt das rahmengebundene System „PV Indax“. Durch den Eindeckrahmen kann dieses System universell bei allen Dachdeckungen eingesetzt werden. Auch diese PV-Lösung übernimmt die Schutzfunktion einer Dachdeckung bei ansprechender Optik. Alle Anforderungen hinsichtlich Brandschutz, Regensicherheit und Hinterlüftung werden erfüllt.

Für die „PV Indax“-Lösung werden monokristalline Module mit einer Nennleistung von 280 Wp eingesetzt, die mit einem Wirkungsgrad von 17,14 Prozent überzeugen. Ein Modul hat eine Länge von 177 Zentimetern und Breite von 99 Zentimetern und ersetzt circa 15 Dachsteine.

Mit einem Grundset ist der Einbau von zwei Modulen übereinander und zwei Modulen nebeneinander in einem Eindeckrahmen möglich. Die Erweiterung zu größeren Einheiten kann sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung erfolgen. Hilfreich ist, dass die genaue Anlagenprojektierung im konkreten Fall durch die Anwendungsberatung des Herstellers übernommen wird.