04.08.2015 Industrie

Ziegelbranche wehrt sich gegen „Giftmüll“-Berichte

Martin Roth
Martin Roth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie mit Sitz Bonn, sieht es grundsätzlich für sachlich geboten, dass unbedenkliche Stoffe wiederverwertet werden. Foto: Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie

In den letzten Tagen ist es – ausgelöst durch einen Fernsehbericht des Hessischen Rundfunks – zu einer Verunsicherung wegen der Verwendung von Woolit als Porosierungsstoff in der Ziegelbranche gekommen, der von Wienerberger, Lücking, Juwö und Hüning zwischen 2004 und 2012 eingesetzt wurde. Nach neuen Recherchen des Hessischen Rundfunks soll das vom Recylingunternehmen Woolrec hergestellte Woolit nicht nur krebserregende Faserstoffe, sondern auch Schwermetalle enthalten haben.

Auf Nachfrage der baustoffmarkt-Redaktion stellte Martin Roth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie, klar, dass die damals vorliegenden Gutachten von einer sicheren Einbindung der im Porosierungsstoff enthaltenen Recycling-Mineralwolle-Fasern in die keramische Struktur ausgegangen seien. Zudem sei Woolrec für das Recyclingverfahren mit einem Gründerpreis des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Darüber hinaus betonen die betroffenen Ziegelhersteller, dass weiterhin alle behördlichen Genehmigungen für die Verwendung von Woolit vorgelegen hätten. Zudem sei das Material nur in geringen Mengen als Zuschlagstoff in einzelnen Werken eingesetzt worden.

Auf Nachfrage der „Frankfurter Rundschau“ sieht das zuständige Regierungspräsidium Gießen aktuell keine „konkrete Gefahr“. Woolrec selbst war nach Dioxin-Funden auf dem Firmengelände bereits 2012 geschlossen worden.