Potenziale von Handwerkern
Die Potenziale von Handwerkern. Grafik: IFH Köln
17.12.2019 Fachhandel

Materialbeschaffung der Handwerker erfolgt mehrheitlich über den Fachhandel

Der Baumarkt wird als bequeme Anlaufstelle für Handwerker zur Materialbeschaffung und als Kontakt zu neuen Kunden kaum genutzt. Der Ausbau von Full-Service-Leistungen bietet neues Potenzial für Hersteller und den Fachhandel. Das sind die beiden Kernaussagen der jüngsten IFH-Studie „Potenziale von Handwerkern“, bei der der Frage, welche Potenziale in anderen Beschaffungskanälen oder gar in der Plattformökonomie liegen, nachgegangen wurde.

Demnach erfolgt derzeit die Materialbeschaffung der Handwerker mehrheitlich über den Fach- oder Großhandel und auch Kundenbeziehungen entstehen auf klassischem Wege über Empfehlungen. Doch laut der Studie ist das Potenzial neuer Wege der Kundenansprache hoch, die Hürde über traditionelle Wege hinauszugehen allerdings auch. Aktuell würden in Anbetracht der guten Marktsituation nur sechs Prozent der befragten Handwerker Vermittlungsangebote nutzen – auch wenn sich die Auftragslage verschlechtert.

Nur jeder fünfte Handwerksbetrieb und ein Drittel der Mobilen beschaffe sein Material im Baumarkt. Von ihnen schätzen 71 Prozent die bequeme Beschaffung durch die schnelle Verfügbarkeit und die gute Erreichbarkeit (33 Prozent). Für 40 Prozent ist allerdings die „unzureichende Qualität“ ein Manko bei der Baumarktbeschaffung. Auch hohe Preise und fehlende Fachberatung werden negativ bewertet. Während Kundenbeziehungen sich aktuell zu 71 Prozent auf persönliche Kontakte zurückführen lassen, bleiben Vermittlungsservices durch die Handwerker noch oft ungenutzt. So geben nur zwei Prozent der Handwerker an, Vermittlungsplattformen zu nutzen, bei Partnerschaften mit Baumärkten liegt der Wert gar bei 0,2 Prozent. Aber auch auf Konsumentenseite sind Vermittlungsservices von Baumärkten lediglich bei der Hälfte der befragten Baumarktkunden bekannt, wobei die Kenntnis bei der größten Kundengruppe, welche im Schnitt nur einmal jährlich im Baumarkt kauft, mit 32 Prozent deutlich niedriger liegt.

Vermittlungsangebote bieten laut IFH als ganzheitliche Serviceleistungen neue Entwicklungsmöglichkeiten für Händler und Hersteller und sind so zukünftig ein entscheidender Weg, um Kundenbedürfnisse zu stillen. Auch wenn die Auslastung des Handwerks aktuell hoch sei, gelte es perspektivisch neue Wege der Kundenansprache im Blick zu behalten. „Wie ein Full-Service-Angebot, das auch digitale Lösungen mit integriert, aussehen kann, zeigt beispielhaft Myster.de. Derart ganzheitliche und auf Kunden individuell zugeschnittene Angebote bieten großes Zukunftspotenzial“, weiß Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln.

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