Baubarometer
Die deutschen Bauunternehmen rechnen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage mehrheitlich mit einem akzeptablen oder sogar guten Umsatzjahr 2020. Das zeige die aktuelle Baubarometerbefragung von Bau-Info-Consult. Grafik: Bau-Info-Consult
10.06.2020 Bauwirtschaft

Bauunternehmen bleiben trotz Corona größtenteils gelassen

Mit einem akzeptablen oder sogar guten Umsatzjahr 2020 trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage rechnet die Mehrheit der deutschen Bauunternehmen. Das zeige die aktuelle Baubarometerbefragung von Bau-Info-Consult. Im Rahmen der Studie „Jahresanalyse 2020/2021“ hat das Düsseldorfer Institut in den ersten sechs von Corona geprägten Wochen deutschlandweit telefonische Interviews mit 600 Bauakteuren zu ihren Umsatzerwartungen im Angesicht der Krise erhoben. Vor allem die 150 befragten Bauunternehmer blieben demnach größtenteils gelassen. Trotzdem müsse jedes dritte Unternehmen mit deutlichen Verlusten rechnen.

Nur 16 Prozent der Bauunternehmen rechnen laut der Befragung damit, 2020 ihren Umsatz steigern zu können. Allerdings gehe mit 48 Prozent jeder zweite Bauunternehmer davon aus, dass das Umsatzjahr 2020 in etwa gleich ausfallen wird wie 2019 – bekanntlich ein Jahr, in dem die Bauwirtschaft florierte. Dieser Optimismus vieler Bauunternehmer sei auf den ersten Blick erstaunlich: Schließlich seien die Neuaufträge im Bauhauptgewerbe im März erheblich gesunken und auch bei den Auftraggebern im Wirtschafts- und Wohnungsbau ist die Lage alles andere als rosig. Andererseits konnte das Bauhandwerk laut Bau-Info-Consult auch in den Lockdown-geprägten Befragungsmonaten März und April zwar unter Auflagen, aber dennoch relativ ungestört weiterarbeiten – anders als andere Wirtschaftszweige. Auch die hohen Auftragsbestände aus den Vormonaten stärkten vielen Bauunternehmen immer noch den Rücken.

Ein weiteres Plus der Bauunternehmen sei der recht große Anteil des Neubaus in ihrem Auftragsportfolio. Hier könne relativ ungestört weitergearbeitet werden. Bei Gewerken, die ihren Umsatz überwiegend im Bestand erwirtschaften, wie etwa den Malern und Trockenbauern, seien die wichtigen privaten Modernisierungsaufträge durch Corona fast ganz weggefallen: Viele Haushalte scheuten sich aus Sorge vor Ansteckung, Handwerker ins Haus zu lassen. Fast jeder zweite Ausbauhandwerker rechne deshalb 2020 mit Umsatzverlusten.

Allerdings spüre auch jedes dritte Bauunternehmen die negativen Folgen der Coronakrise und hat die eigenen Umsatzerwartungen entsprechend gesenkt. Mit einem deutlichen Umsatzrückgang über fünf Prozent rechnen demnach immerhin lediglich 15 Prozent der Bauunternehmer. Dabei scheine auch die Stärke der Restriktionen in den verschiedenen Bundesländern einen gewissen Einfluss auf die Umsatzeinschätzungen gehabt zu haben: In nördlichen Ländern wie Schleswig-Holstein waren die Grenzkontrollen und Bestimmungen sehr viel strenger als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen. Entsprechend unterschiedlich pessimistisch fielen die Umsatzerwartungen in den beiden Regionen Nord und West aus. 

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