22.04.2020 Bauwirtschaft

"Heinze Baukonjunktur-Klima-Index" fällt auf Rekordtief

Baubranche
Die Auswirkungen des Corona-Virus zeigen sich mittlerweile deutlich in der Baubranche. Foto: Pixabay
Baukonjunktur
Heinze Baukonjunktur-Klima. Ergebnis für die gesamte Baubranche. Foto: Heinze Marktforschung

Im Februar und im März hat die Heinze Marktforschung jeweils eine Online-Befragung unter den führenden Köpfen der deutschen Industrie für Bauprodukte, Ausstattungen und Einrichtungen durchgeführt. Demnach war die Branche noch Ende Februar der Meinung, dass es wieder aufwärts gehen würde. Nach einem Tiefpunkt im September 2019 hatten sich die Einstellungen wieder deutlich ins Positive gewandelt und der Baukonjunktur-Klima-Index stieg von 17 Prozent im letzten Herbst auf 40 Prozent im Februar. Die Auswirkungen des Corona-Virus zeigen sich nach Angaben der Marktforscher deutlich in der zweiten Online-Befragung im März. So erreicht der Baukonjunktur-Klima-Index ein neues Rekordtief, welches nun bei -22 Prozen liegt. Problematisch sei dabei nicht die aktuelle Lage, die sich nur unmerklich im Vergleich zu den Februar-Werten verändert habe: 48 Prozent der Befragten bewerten jetzt die eigene Lage als "gut", 41 Prozent als "mittel" und 11 Prozent als "schlecht". Entscheidend für die gedrückte Stimmungslage der Industrie und den damit zusammenhängenden Einbruch der Kennzahl sind der Marktforscher zufolge vor allem die Erwartungen an das zweite und dritte Quartal des Jahres. 84 Prozent der Entscheider erwarten im zweiten Quartal eine Verschlechterung der Situation.

Bei fast allen Themen - Anzahl der Anfragen, Auftragsbestände, Entwicklung der Umsatzerlöse, Kapazitätsauslastung und Entwicklung der Konjunktur - zeigt die Umfrage, dass sich die Erwartungen aufgrund der Corona-Ausnahmesituation in einem signifikanten Ausmaß verschlechtern. Lediglich im Bereich des Fachkräftemangels wird eine positive Veränderung angenommen, da beantragte Bauobjekte nun eventuell zurückgestellt oder zurückgezogen werden.

Noch Ende März rechneten fast zwei Drittel der befragten Personen damit, dass der Ausnahmezustand bis Ende Juni beendet sein würde. Im Durchschnitt gehen die Unternehmen von einem Umsatzverlust von rund 23 Prozent aus, wobei die Auswirkungen auf die einzelnen Branchen unterschiedlich stark ausfallen. Trotz vieler negativer Erwartungen zeigt die Befragung auch, dass nicht alle Unternehmen über die Krise "stöhnen". Als positive Entwicklungen werden dabei der Zwang zu einer stärkeren Digitalisierung, das Arbeiten im Homeoffice und der erfolgreiche Informationsaustausch in der Krise angeführt. Auch ein Umdenken in Hinblick auf Themen wie Lieferketten, Lagerhaltung und die starke Globalisierung werde laut Thomas Wagner, Leiter der Heinze Marktforschung, in Gang gesetzt.