22.07.2019 Bauwirtschaft

IW Köln sieht hohen Wohnungsbedarf in Großstädten

Berlin
Allein in Berlin müssten laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bis 2030 jährlich rund 21.000 neue Wohnungen errichtet werden – aktuell baut die Hauptstadt nicht einmal 17.000. Foto: Pixabay

Einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge ist die Nachfrage nach Wohnraum vor allem in den deutschen Großstädten hoch. So wurden laut der Studie zwischen 2016 bis 2018 in den sieben größten Städten gerade einmal 71 Prozent der benötigten Wohnungen fertiggestellt. Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main erreichten Quoten von über 78 Prozent, Stuttgart und München kommen dagegen nur auf 56 und 67 Prozent. Um den Bedarf zu decken, müssten bundesweit bis 2020 rund 341.700 Wohnungen pro Jahr gebaut werden, davon 62.800 in den sieben größten Städten, so die Wirtschaftsforscher.

Große Unterschiede sehen sie zwischen Stadt und Land: Während in den Ballungszentren ein regelrechter Kampf um Wohnraum tobe, werde in vielen strukturschwachen Landkreisen und Städten zu viel gebaut. So wurden der IW-Studie zufolge in 69 der 401 kreisfreien Städte und Landkreise in den vergangenen zwei Jahren über 50 Prozent mehr Wohnungen gebaut, als tatsächlich benötigt werden.

Wie viel die Großstädte bauen, habe einen direkten Einfluss auf die Mieten. Die Mietpreissteigerungen in Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf würden zum Beispiel schwächer ausfallen als die in Berlin, München oder Köln. "Der Bau von Wohnungen ist das beste Mittel gegen steigende Mieten", sagt Studienautor Ralph Henger. "Gelingt es nicht, in den nächsten Jahren den Bedarf zu befriedigen, wird das Problem in den folgenden Jahren noch größer werden."

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