Bauinfoconsult Studie Barrierefreiheit Nichtwohnungsbau
Bau-Info-Consult hat Bauakteure zum Stand der Barrierefreiheit im Nichtwohnungsbau befragt. Grafik: Bau-Info-Consult
18.02.2019 Bauwirtschaft

Studie zeigt hohe Erwartungen an Barrierefreiheit beim Nichtwohnungsbau

Das Düsseldorfer Institut Bau-Info-Consult hat eine Studie zur Barrierefreiheit im Nichtwohnungsbau veröffentlicht. Für diese Trendstudie sein über 300 im Nichtwohnungsbau tätige Architekten, Bauunternehmer, Trockenbauer, Maler und SHK-Installateure in Telefoninterviews zum aktuellen Stand und ihren Erwartungen zu barrierefreien Maßnahmen im Nichtwohnungsbau befragt worden. Die befragten Firmen mit Schwerpunkt im Nichtwohnprojekten erwarten, so die Autoren der Studie, dass schon bis zum Jahr 2023 in einem Drittel aller Projekte in diesem Bausegment barriereminimierende Maßnahmen umgesetzt werden.

Doch wie sieht es aktuell damit aus? Eines der Ergebnisse: Die heterogene Gebäudeartenstruktur im Nichtwohnungsbau hat Einfluss auf die Umsetzung von barrieremindernden Maßnahmen – so seien beispielsweise barrierefreie Aspekte im Büro- oder Hotelbau viel stärker ausgeprägt als im Landwirtschafts-, Hallen- oder Industriebau. Somit sei es nicht allzu überraschend, dass der Anteil von barrierereduzierenden Bauvorhaben im Nichtwohnungsbau (Stand: Ende 2017) bei nur 26 Prozent lag – zumindest sei dies die Einschätzung der befragten Bauakteure. Dabei gehe es vor allem um den Neubau: So beziffern die Bauakteure, dass mehr als die Hälfte der von ihnen durchgeführten barrierefreien Projekte (59 Prozent) aus dem Neubausegment kam. Vor allem die Bauunternehmen sehen  laut der Studie den Neubau bei dieser Thematik vorne – immerhin 66 Prozent ihrer barrierefreien Nichtwohnungsbauprojekte waren Neubauvorhaben, bei denen Aspekte der Barrierefreiheit von Vornherein miteingeplant wurden.

Bei zu vielen Bestandsgebäuden dürfte demnach – genau wie bei den meisten Altbauwohnungen – weiter gewaltiger Nachholbedarf bestehen, schlussfolgern die Autoren der Studie. Somit bleibe die größte Herausforderung für die Bauwirtschaft weiterhin, den bestehenden Gebäudegrundstock auf ein zeitgemäßes bauliches Niveau zu heben.