Michael Hölker, Prof. Dr. Wolfgang Günthert, Roman von Urbanowicz
Stellten in München die Studienergebnisse vor (v.l.): Michael Hölker, BDB-Hauptgeschäftsführer, Prof. Dr. Wolfgang Günthert, Institut für Wasserwesen an der Universität der Bundeswehr München, und Roman von Urbanowicz, Prokurist Fränkische Rohrwerke. Foto: BDB
15.05.2018 Bauwirtschaft

Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“ fordert mit neuer Studie Starkregen-Management

Die Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“ hat den Eröffnungstag der Internationalen Leitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, IFAT, genutzt, um eine neue Studie „Starkregen – Urbane Sturzfluten 4.0“  vorzustellen. Bereits die erste Studie der Initiative, die 2016 ebenfalls auf der IFAT vorgestellt wurde, hatte sich mit dem Thema Starkregen beschäftigt und große Beachtung gefunden. Hinter der Initiative, die sich 2014 aus der Arbeitsgruppe Tiefbau im Gesprächskreis Baustoffindustrie im BDB gründete, stehen namhafte Unternehmen und Institutionen der Baustoffbranche.

Nun legt die Initiative noch einmal nach und will mit der aktuellen Studie das Bewusstsein bei den Politikern und den Bürgern für dieses Thema weiter schärfen. So kommt die aktuelle Studie zu dem Ergebnis, dass kaum eine Stadt oder Gemeinde auf Starkregen-Ereignisse wirklich vorbereitet sei, wie Prof. Dr. Wolfgang Günthert vom Institut für Wasserwesen der Universität der Bundeswehr in München bei der jetzigen Untersuchung der Risiken und Gefahren von urbanen Sturzfluten herausgefunden hat.

Das sei fahrlässig, sagte der Studienautor in München und fordert weiter, dass die Kommunen zu mehr Prävention gezwungen werden müssen. Konkret fordert Günthert in München, dass Städte und Gemeinden dazu verpflichtet werden, künftig Gefahren- und Risikokarten zu erstellen. „Auf diesen Risikokarten muss Straße für Straße – bis aufs einzelne Haus genau – die Überschwemmungsgefahr eingetragen werden. Es geht darum, mit der Starkregen-Risikokarte die Wirkung von Sturzfluten digital zu simulieren“, so der Professor bei der Vorstellung der Studie in München. Warnkarten bieten, so der Studienautor weiter, die Chance für ein effektives Regenwasser-Management, das bundesweit dringend notwendig sei.

Aber auch Hausbesitzer würden von Starkregen-Risikokarten profitieren. Sie könnten damit ganz individuell mehr Vorsorge und damit Gebäudeschutz betreiben. Auch ein bundesweit funktionierendes Frühwarn- und Informationssystem sei notwendig. Im Rahmen der Studienvorstellung sprach sich auch der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) angesichts der Studienergebnisse dafür aus, Hauseigentümer und Bauherren stärker beim individuellen Starkregenschutz ihrer Gebäude zu unterstützen: „Der Staat muss hier beim Neu- oder Umbau Anreize schaffen“, sagt BDB-Hauptgeschäftsführer Michael Hölker. In Frage käme beispielsweise – neben steuerlichen Anreizen – die Einführung eines „Starkregen-Bauschutzprogrammes“ bei der staatlichen KfW-Bank. „Hier sind direkte Zuschüsse und zinsgünstige Kredite möglich. Alles ist unterm Strich auf Dauer günstiger als der enorme volkswirtschaftliche Schaden durch die vielen Überschwemmungen“, sagte Hölker auf der Messe in München.