Pressegespräch
An dem Pressegespräch haben unter anderem auch BDB-Hauptgeschäftsführer Michael Hölker (r.) und DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast (Mitte) teilgenommen. Foto: Regio-Kontext
11.05.2018 Bauwirtschaft

Studie zeigt neue Modelle zum Mitarbeiterwohnen auf

Immer häufiger bieten Unternehmen zum Job auch gleich eine Wohnung. Sie reagieren damit auf einen „Doppel-Mangel“ – auf den Wohnungs- und den Fachkräftemangel. Dieser Trend steht im Fokus der neuen Wohnungsmarkt-Studie „Wirtschaft macht Wohnen“ des Berliner Forschungsinstituts Regio-Kontext. Ausgangspunkt für die Studie war die Frage, ob dieses eigentlich historische Thema der Werkswohnungen auch neu und zeitgemäß gedacht werden kann. Die Studie beschreibt aktuelle Herangehensweisen und stellt modellhaft dar, wie Lösungsansätze zu zentralen Fragen und Diskussionspunkten aussehen könnten. Die erste Studie dazu legte Regio-Kontext vor zwei Jahren vor und kann im Internet unter www.regiokontext.de/upload/WmW.pdf abgerufen werden.

Wie die Studie anhand der Praxisbeispiele zeigt, engagiere sich die Wirtschaft dabei querbeet – von Handwerksbetrieben bis zu Großkonzernen. Die Gleichung sei simpel: „Fachkräftemangel + angespannter Wohnungsmarkt = Mitarbeiter-Wohnen“. Insbesondere Azubi-Wohnungen seien „schwer im Kommen“. Immer mehr Unternehmen würden so Jugendlichen den Weg zur Ausbildung in Großstädten und Metropolregionen ermöglichen. Auch Berufseinsteiger seien häufig auf eine Betriebswohnung als „Starthilfe in den Job“ angewiesen. Aber auch für Beschäftigte mit Berufen im mittleren und unteren Spektrum der Lohnskala – etwa in der Pflege oder im Nahverkehr – sei die Variante „Unternehmen plus Wohnung“ ein wichtiges Modell.

Die Studie würde somit zeigen, dass das neue Mitarbeiterwohnen kein Nischenthema mehr sei. Vor diesem Hintergrund haben die Verbände, die die Studie in Auftrag gegeben haben, auch klare Forderungen an die Politik. „Mitarbeiter-Wohnungen können und müssen eine Antwort auf die aktuelle Wohnungskrise sein. Zudem seien sie für Arbeitgeber beim ‚Kampf um die besten Köpfe‘ wichtig“, hieß es in Berlin bei der Vorstellung der Studie. In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), dem Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sowie dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Unterstützung bei der Recherche erhielt das Institut vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).