28.07.2017 Bauwirtschaft

Initiative fordert mehr politisches Engagement für Hochwasserschutz

Hochwasser
Sperrung wegen Hochwasser. Foto: Pixabay

Starkregen hat in einigen Regionen Deutschlands in den vergangenen Tagen für überflutete Straßen und Keller gesorgt. In Wolfenbüttel beispielsweise wurde sogar Katastrophenalarm ausgelöst angesichts der Wassermassen. Die Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“, die sich 2014 aus der Arbeitsgruppe Tiefbau im Gesprächskreis Baustoffindustrie im BDB gründete, fordert daher erneut eine bessere Vorbereitung der Städte und Gemeinden auf Starkregen.

 „Die Kanalisation ist ein drängendes Infrastrukturproblem. Rund 20 Prozent des Kanalsystems weisen mittlere bis starke Mängel auf. Es ist längst nicht mehr in der Lage, die immer häufiger und in immer größeren Mengen auftretenden Regenfälle – auch gerade wie jetzt im Sommer – zu schlucken. Die Folge: Immer wieder und immer öfter versinken Straßen und Keller im Hochwasser. Tiefgaragen werden in den Städten überflutet. Die Vorwarnzeiten sind bei Starkregen viel kürzer als beim Hochwasser von Flüssen. Leider sind dadurch auch immer wieder Menschenleben zu beklagen“, sagt BDB-Hauptgeschäftsführer Michael Hölker, Sprecher der Initiative.

Der Klimawandel führe zu einem immer höheren Überflutungsrisiko. Deshalb müssten die Kanalsysteme gründlich inspiziert und deren Kapazitäten in weiten Teilen neu ausgelegt werden. Das Entwässerungssystem sei dringend zu optimieren. Ebenso sei ein integriertes Wassermanagement aus Hochwasserschutz und dem Management von Starkregenereignissen erforderlich, fordert die Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“.

Studie vorgestellt

Die Initiative hatte bereits im vergangenen Jahr auf die Problematik aufmerksam gemacht und Fachpolitikern des Deutschen Bundestages die Studie „Urbane Sturzfluten – Hintergründe, Risiken und Vorsorgemaßnahmen“ der TU München zukommen lassen. Hölker: „Passiert ist seitdem allerdings nichts. Dabei sehen wir die Verantwortung zu einem Großteil beim Bund. Er muss koordinieren, um alle betroffenen Regionen in Deutschland – mehr oder weniger – ‚starkregenfest‘ zu machen.“ Er fordert zudem, das Wasserhaushaltsgesetz dringend zu ergänzen: „Bislang hebt dies nur auf die Gefahren ab, die durch Hochwasser aus Gewässern entstehen. Die Gefahren, die von Starkregen ausgehen, fehlen im Wasserhaushaltsgesetz. Das muss der Bund dringend ändern.“