Martin Schulz
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hielt eine "wohnungspolitische Grundsatzrede". Foto: Verbändebündnis Wohnungsbau
23.06.2017 Bauwirtschaft

Wohnungsmangel in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Bezahlbarer Wohnraum ist in Deutschland immer schwieriger zu finden: Mittlerweile sind 138 Städte und Kreise von der neuen Wohnungsknappheitbetroffen, ein Drittel der Kommunen. Der Wohnungsmangel reiche damit weit über die Ballungszentren hinaus und habe auch ländliche Regionen längst erreicht. Die Folge der Wohnungsknappheit: Miete und Einkommen haben sich entkoppelt. Selbst für Haushalte mit mittlerem Einkommen wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Das geht aus einer Studie hervor, die das Prognos-Institut gestern (22. Juni) im Vorfeld des 9. Wohnungsbau-Tages auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hat. Sie analysiert den Wohnraum Bedarf in Deutschland und in den regionalen Wohnungsmärkten. Veranstalter des Wohnungsbau-Tages und Auftraggeber der Studie ist das Verbändebündnis Wohnungsbau, dem unter anderem der BDB angehört. Ihr Ziel ist gutes und bezahlbares Wohnen in Deutschland. Aus diesem Grund fordert das Bündnis unter anderem den Neubau von 80.000 zusätzlichen Sozialmietwohnungen pro Jahr. Darüber hinaus sei es erforderlich, bessere steuerliche Anreize für mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Eine weitere Botschaft aus Berlin richtete in Bezug auf die steigenden Baukosten an Politik und Verwaltung. Diese dürfe der Staat nicht durch immer neue Gesetze und Verordnungen in die Höhe treiben. Ebenso nutze das Bündnis die Plattform des Wohnungsbau-Tages, um sich für ein eigenes Bauministerium stark zu machen. Auf dem anschließenden Wohnungsbau-Tag stellte das Verbändebündnis mit Blick auf die Wohnungsbau-Politik der Regierung fest, dass die Frage: "Wie kommen wir an bezahlbaren Wohnraum?", immer noch nicht gelöst sei. Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks stellte ihrem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ein gutes Zeugnis aus. Man habe gemeinsam viel auf den Weg gebracht, mit durchaus messbaren Ergebnissen, sagte sie vor Ort. Gastredner auf dem Wohnungsbau-Tag war unter anderem SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der eine "wohnungspolitische Grundsatzrede" hielt. Wenn sich immer mehr Menschen arm wohnen, laufe etwas falsch, sagte Schulz. Das Zusammenspiel der Politik mit dem Verbändebündnis sei vor diesem Hintergrund ein wichtiges Signal, um die vielen noch offenen Fragen rund um das Thema Wohnen zu lösen.

Die baustoffmarkt-Redaktion war vor Ort und berichtet ausführlich in der Juli-Ausgabe.

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