24.10.2016 Bauwirtschaft

FV Polystyrol-Extruderschaum gibt Entwarnung für Entsorgungssituation

Dämmmaterialien aus Styropor
Der Entsorgungsstau löst sich laut der Fachvereinigung auf. Foto: FPX

„Die konfuse Entsorgungssituation von Dämmmaterialien aus dem Abriss ist gelöst und wird sich in den kommenden Wochen entspannen“, sagt Norbert Buddendick, Geschäftsführer der Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaum (FPX) mit Sitz in Berlin. „Wir gehen davon aus, dass sich dadurch auch diverse Missverständnisse auflösen.“ Grund für die Verunsicherung war, wie bereits berichtet, die verschärfte Umsetzung einer EU-Richtlinie durch den Deutschen Bundesrat. Dieser hatte HBCD, das gemäß der Stockholmer-POP-Konvention seit 2014 als umweltschädlich gilt und aus europäischen Werkstoffkreisläufen beseitigt werden soll, zum 1. Oktober 2016 zusätzlich als „gefährlichen Abfall“ deklariert.

Inzwischen hat sich das Problem laut der Fachvereinigung weitgehend aufgelöst: „Die Umsetzung war formal konsequent, aber nicht praxisgerecht. Die beste Entsorgung und Neutralisierung des Polystyrol-Dämmmaterials und des darin enthaltenen Flammschutzmittels HBCD bleibt die Verbrennung im Gemisch mit normalem Abfall“, so Buddendick.

Wie es in der Meldung der Fachvereinigung weiter heißt, habe das Bundesumweltministerium die Länder um Rücknahme der Sondermüll-Einstufung gebeten. Hessen und Baden-Württemberg reagierten bereits: „Der Erlass regelt, dass HBCD-haltige Dämmplatten abweichend vom Grundsatz des Kreislaufwirtschaftsgesetzes bis auf weiteres nicht an der Baustelle getrennt werden müssen. Darüber hinaus handelt es sich, wenn im Baumischabfall nicht mehr als 0,5 Kubikmeter HBCD-haltige Dämmplatten pro Tonne Gesamtgewicht enthalten sind, nicht um gefährlichen Abfall. Dieser kann dann wie bisher in Hausmüllverbrennungsanlagen verbrannt werden“, erklärte Priska Hinz, Hessens Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in einer Presseaussendung. Auch die anderen Bundesländer sollen ähnliche Entscheidungen vorbereiten, heißt es dazu abschließend.