14.10.2016 Bauwirtschaft

Entsorgungsengpass für Styropor scheint sich zu lockern

Entsorgungsengpass
Der Entsorgungsengpass für Styropor scheint sich zu lockern. Foto: Pixabay

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 14. Oktober meldete, zeigen die Proteste aus der Bauwirtschaft scheinbar Wirkung. Mehr und mehr Bundesländer sollen derzeit mit Hilfe von Zusatzgenehmigungen ihre formellen Hürden für die Entsorgung von Styropor (EPS-Hartschaum), das mit dem Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) behandelt und in der Baubranche bis Ende 2014 zur Dämmung eingesetzt wurde, lockern.

Hintergrund: Seit Anfang Oktober gilt eine neue EU-Verordnung, die EPS mit dem Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) als gefährlichen Abfall und damit als „Sondermüll“ einstuft. In der Praxis heißt das: Entsorgungsunternehmen holen das Material in vielen Bundesländern nicht mehr ab, weil nur wenige Müllverbrennungsanlagen den „Sondermüll“ noch annehmen, denn der darf in Deutschland aktuell ohne eine spezielle Zertifizierung nicht mehr verbrannt werden. Das hatte wiederum auf zahlreichen Baustellen in Deutschland zu Entsorgungsengpässen geführt.

Wie der Industrieverband Hartschaum (IVH) dazu meldet, haben die Mitgliedunternehmen seit Ende 2014 auf Rohstoffe mit dem neuen Flammschutzmittel Polymer-FR umgestellt und liefern seither ausschließlich HBCD-freies EPS aus. Dieses neue EPS Polymer-FR darf ohne Einschränkung wie gewohnt recycelt und entsorgt werden. Der Verband arbeite aktuell an einer praktikablen Lösung zur einfachen Erkennung von EPS Polymer-FR.