31.05.2016 Bauwirtschaft

Ein-Mann-Handwerksbetriebe wichtige Kunden für Handel und Hersteller

Ein-Mann-Betriebe
Die Marktposition der Kleinstunternehmen und Ein-Mann-Betriebe am Bau ist zurzeit größer denn je. In einer Studie zeigt Bau-Info-Consult auf, was das für den Markt bedeutet. Foto: Knauf

Die Marktposition der Kleinstunternehmen und Ein-Mann-Betriebe am Bau ist zurzeit größer denn je – nur sechs Prozent der Bauunternehmen in Deutschland beschäftigen 20 und mehr Mitarbeiter. Gemäß einer Studie der Marktforscher von Bau-Info-Consult, Düsseldorf, beschäftigen zwei Drittel der Unternehmen im Bauhandwerk weniger als fünf Mitarbeiter. Von diesen Kleinstbetrieben dürften die meisten nur eins bis zwei Mitarbeiter beschäftigen – in Gewerken wie dem bodenlegenden Handwerk, den Malern und Tischlern sind kleine Unternehmen überproportional hoch vertreten.

Kleinere Aufträge werden daher nicht unbedingt an große (und teure) Anbieter, sondern immer häufiger zu dem kleinen Handwerker um die Ecke vergeben. Kleinstunternehmen und Ein-Mann-Handwerksbetriebe rücken so für Handel und Hersteller als wichtiges Kundensegment immer mehr in Fokus. Zudem agieren diese anders als das traditionelle mittelständische Handwerk, denn teilweise haben die Kleinstunternehmen nicht einmal eine eigene Werkstatt, sind hochgradig flexibel und mobil. Außerdem sind spätestens seit der Änderung der Handwerksordnung 2004 die Gewerkegrenzen durchlässiger geworden.

Das führe dazu, dass gerade Kleinstbetriebe mittlerweile immer häufiger Dienstleistungen für unterschiedliche Gewerke anbieten (alles aus einer Hand), die mit ihrem eigentlichen angemeldeten Stammhandwerk nicht mehr unbedingt viel zu tun haben müssen. Auch das Produkt- und Einkaufsverhalten sei anders: Die Nutzung des DIY sei kein Tabu mehr. Laut der Düsseldorfer Marktforscher unterschätzten viele Zulieferer für das Bauhandwerk in Deutschland die Bedeutung dieser kleinen Unternehmen und den damit eingehenden Mentalitätswandel im Handwerk noch.