In einem praktisch orientierten Seminar der TU Darmstadt entwarfen die Studierenden neuartige geometrische Ziegelprodukte. Diese sollten in bestehende Mauerziegel-Systeme eingegliedert werden können. Foto: Mehtep Afsin, Matthias Gilles, Lukas Hils/Unipor

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15. August 2018 | Teilen auf:

Fassade aus dem 3D-Drucker

Fassadentechnik für Fortgeschrittene: Wie lassen sich moderne großflächige Fassaden optisch aufbrechen und zugleich bautechnisch verbessern? Dieser Fragestellung gingen im Wintersemester Studierende der TU Darmstadt und der TU Delft nach. In Kooperation mit der Unipor-Ziegel-Gruppe, München, entstanden zwei Seminar-Typen: ein Blockseminar inklusive Ziegelwerk-Exkursion in Delft sowie ein klassisches Seminar über mehrere Wochen mit theoretischem Schwerpunkt in Darmstadt. Die Studierenden entwarfen im jeweiligen Kurs neuartige Fassadenmodule, die sich in bestehende Mauerwerk-Systeme integrieren lassen. Voraussetzung war ein monolithisches System, das tragende und wärmedämmende Funktionen vereint. Dabei lag der Fokus zwar auch auf dem Design, doch sollten zugleich bauphysikalische Aufgaben – wie etwa Wärmebrücken – berücksichtigt werden.
Auf dem Seminarplan standen neben einer Einführung in Konstruktionsprinzipien und Materiallehre auch die Grundlagen der 3D-Gestaltung. Schließlich entwarfen die Studierenden am Computer unterschiedliche Ziegel-Elemente. „Nach einer kritischen Analyse von Stärken und Schwächen haben wir jeweils ein Element ausgewählt und vom Papier in die Realität übertragen“, erklärt Seminarleiter Dennis De Witte. „Mithilfe eines 3D-Druckers konnten wir kleine Modelle im Maßstab 1:4 erstellen – inklusive der Fertigstellung im Brennofen.“
Bei der abschließenden Präsentation des Darmstädter Kurses stand in Sachen Funktionalität und Design vor allem ein Mauerziegel mit integrierter Entwässerung im Fokus. Diese erfolgt im klassischen Fall über Dachrinnen und Fallrohre, die jedoch dem architektonischen Gesamtbild einer Fassade nicht immer zuträglich sind. Ein neuartiger „Fallrohr-Stein“ versteckt das Entwässerungssystem in Fassadennähe und wäre zudem über den Gebäudesockel für Wartungsarbeiten erreichbar. Das System-Bauteil eröffnet laut den Studierenden die Möglichkeit, die Vertikalität der Fassade zu betonen und zugleich weniger ästhetische Elemente zu verdecken. Auf Basis von bestehenden Hochlochziegeln entwickelt, könne es einfach in ein entsprechendes System eingegliedert werden.
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