Zu oft Lüften kann für neue Häuser schädlich sein und zu einem Schimmelbefal führen. Foto: Pixabay
07.07.2020

Wenn neue Häuser ins Schwitzen geraten

Der Sommer mit hohen Temperaturen steht vor der Tür. Das kann besonders Bewohner von neuen Häusern und Wohnungen vor echte Probleme stellen. Denn: Eine unkontrollierte Lüftung mit permanent offenen Türen und Fenstern ist gerade in der warmen Jahreszeit üblich und ist meist auch unproblematisch.

Bei modernen, gut abgedichteten und gedämmten Häusern kann die herkömmliche Lüftungsgewohnheit zu großen Probleme führen. Darauf weist auch der Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. (VQC) hin.

Denn nach Erfahrung der VQC-Gutachter, entstehen durch eine nicht fachgerechte Lüftung in der warmen Jahreszeit enorme Schäden und sind meist auf das falsche Lüften zurückzuführen.

Die Ursache dabei ist immer die gleiche: Im Sommer steigen die Außentemperaturen stark an, aber die Innenräumen neuer Häuser und Wohnungen ist meist immer noch angenehm kühl. Wenn dann jedoch Fenster und Türen unkontrolliert geöffnet werden, strömt die warme und sehr feuchte Luft in die Räume hinein, kühlt sich ab und die kondensierte Feuchtigkeit schlägt sich dann meist an den Wandoberflächen nieder.

 „Wenn dies zu einem Dauerzustand wird, ist das der ideale Nährboden für Schimmelbildung. Das verursacht nicht nur Schäden am Material sondern kann im worst case so auch zu einer echten Gefahr für die Gesundheit werden“, weist der VQC weiter hin.

Außen warm, innen kühl: da fühlt sich Schimmel wohl – nur morgens und abends (Stoß-)Lüften.

Aus diesem Grund sollten sich die Bewohner von modernen, gut gedämmten Häusern und Wohnungen unbedingt an einige Spielregeln halten. „Häuser und Wohnungen sollten am besten in den Morgenstunden gelüftet werden, wenn die Außentemperatur noch recht niedrig ist. Genauso verhält es sich in den Abendstunden. Bevorzugt werden sollte dabei wie auch im Winter eine kurze und effektive Stoßlüftung.“

Krisengebiet Keller: Große Aufmerksamkeit sollte zudem auf den Kellerbereich gelegt werden. Hier sollte während der warmen Jahreszeit aufgrund des permanent großen Temperaturunterschiedes auf das Lüften am besten ganz verzichtet werden. Und wenn, dann ebenfalls nur in den Morgen- und Abendstunden. Und noch ein Tipp gibt der VQC. Die optimale relative Luftfeuchtigkeit sollte möglichst zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Zu überprüfen ist das mit einem handelsüblichen Hygrometer. Sollte die Luftfeuchtigkeit permanent höher liegen, empfiehlt der VQC den Einsatz eines Luftentfeuchters. Besonders in den Kellerräumen kann dies sehr hilfreich sein.

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