Stefan Thurn, Präsident Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, auf dem diesjährigen Wohnungsbau-Tag. Foto: wpd

Das Sommerinterview des BDB mit Stefan Thurn

Heiße Themen in der Branche gibt es derzeit viele, wie unser alljährliches Sommer-Interview mit Stefan Thurn zeigt. Heiße Themen in der Branche gibt es derzeit viele, wie unser alljährliches Sommer-Interview mit Stefan Thurn zeigt.

BM: Herr Thurn, 2018 war für Sie und die Branche mit dem Rückblick auf das zehnjährige Wirken als Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) ein bewegtes Jahr. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz mit Blick auf die letzten zehn Jahre Verbandsarbeit im Bundesverband?

Stefan Thurn: Die Entscheidung 2008, den BDB als Bundesverband kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir konnten die Strukturen in den Landesverbänden deutlich straffen und die frei werdenden Mittel in Berlin einsetzen, um den Baustoff-Fachhandel mit seinen berufsständischen Interessen zentral zu positionieren. Das Erfolgsrezept heißt, Koordination von Verbändebündnissen. Sicherlich am erfolgreichsten in der Vorsatzanfechtung, wo eine gesetzliche Änderung erreicht werden konnte, aber nicht minder effektiv im Wohnungsbau, bei den Sturzfluten oder in der Wohneigentumsbildung. Wobei unsere Rolle variiert – mal sind wir Koordinatoren – wie beim Wohnungsbau, mal sind wir diejenigen, die das Thema aufs Tablett bringen und treiben, wie in der Vorsatzanfechtung oder bei urbanen Sturzfluten, mal sind wir einfach mit dabei, weil das Thema für unsere Mitglieder ein wichtiger Umsatzbringer ist – wie in der Wohneigentumsbildung. Bei allem Berlin ist die Nähe in der Region möglich. Da wo Bezirksversammlungen gewünscht werden, organisieren wir den Austausch und die Plattform.

BM: Die Bilanz für die letzten zehn Jahre Wohnungsbau in Deutschland dürfte dagegen gemischter ausfallen: Auf der einen Seite haben Sie mit dem Verbändebündnis Wohnungsbau viel bewegt, wie auch der letzte Wohnungsbautag noch einmal gezeigt hat, aber auf der anderen Seite kommt der vielzitierte Bauboom in der Branche nicht richtig an. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage in der Bauwirtschaft?  

Stefan Thurn: Eigentlich ist vieles, was bislang gebaut wurde, wegen der Niedrigzinspolitik im guten bis gehobenen Segment gebaut worden. Die 27 Tausend Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau im vergangenen Jahr sind ein müder Erfolg und kompensieren nicht einmal annähernd die circa 85 Tausend Wohneinheiten, die jährlich aus der Bindung laufen. Das war der Grund, weshalb wir im Verbändebündnis Soziales Wohnen gerade einen Akutplan vorgestellt haben. Zwei Millionen Wohnungen aus Neubau und dem Ankauf von Belegrechten über Modernisierung bis 2030 muss das Ziel sein. Und die Mittel dafür müssen deutlich erhöht werden, mindestens verdreifacht, jährlich. Sonst ist das Ziel nicht zu schaffen. Viele denken, woher nehmen, wenn nicht stehlen. Nur der Neubau von Wohnungen entspannt den Markt und damit wäre es möglich, die Kosten der Unterkunft nach Sozialgesetzbuch und das Wohngeld in eine Seitwärtsbewegung oder abnehmend zu gestalten. Das sind zweistellige Milliardenbeträge die wir dafür jedes Jahr im Sozialetat der Regierung veranschlagen. Und unsere Hauptforderung gilt nach wie vor. Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für die Prozesskette Bau und dazu zählen nicht befristete Sonderabschreibungen, sondern die nachhaltige Erhöhung der Abschreibung von 2 auf 3 Prozent…

Das ganze Sommerinterview mit Stefan Thurn können Sie hier als Download kostenlos runterladen.

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