Beim Tag der Bauindustrie 2019 blickte die Branche optimistisch in die Zukunft. Fotos: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie positiv gestimmt

Zum Tag der Bauindustrie, der noch im Juni stattfand, hat der Branchenverband auch seine aktuelle baukonjunkturelle Einschätzung verkündet. Die Botschaft: Alle Ampeln stehen auf Grün.

Unter dem Motto [R]Evolution Bau 2030 fand der diesjährige Tag der Bauindustrie statt. Mit rund 1.500 Teilnehmern war die Veranstaltung am 18. Juni in Berlin gut besucht. „Das Baujahr 2019 wird besser als zu Jahresbeginn erwartet“, machte Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, im Vorfeld deutlich. „Deshalb haben wir unsere Prognose für das nominale Wachstum der baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe von 6 Prozent auf 8,5 Prozent angehoben.“ Auch die Beschäftigung in der Branche werde weiter zulegen und um 20.000 Erwerbstätige auf 857.000 steigen.

Die positiven Erwartungen für 2019 stützen sich laut Hübner, der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, auf verschiedene Indikatoren. So habe der Geschäftsklimaindex im Bauhauptgewerbe im Mai deutlich höher gelegen als im Vorjahr und nähere sich wieder den Rekordwerten aus dem Herbst 2018. Der Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten habe im ersten Quartal nominal um 14,3 Prozent zugelegt, der Auftragseingang sogar um 17,8 Prozent. Gleichzeitig weise das Bauhauptgewerbe per Ende März mit 53 Milliarden Euro den höchsten je gemessenen Auftragsbestand auf. „Am Bau stehen also weiterhin alle Ampeln auf Grün. Wir werden auch im laufenden Jahr die Gesamtkonjunktur stützen“, so Hübner.

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Rund 1.500 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung teil, darunter auch der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier (Mitte).

Hübner hob hervor, dass alle Bausparten und Regionen von der guten konjunkturellen Entwicklung profitieren würden. Die prognostizierten Wachstumsraten lägen zwischen 6,5 Prozent im Wirtschaftsbau und 10 Prozent im Wohnungsbau. Zur Kritik an den angeblich unzureichenden Kapazitäten im Bauhauptgewerbe bemerkte er: „Wir haben im Vorjahr ein reales Produktionsplus von mehr als 5 Prozent gestemmt und bauen unsere Kapazitäten weiter aus. Wir werden deshalb auch das für 2019 erwartete reale Wachstum von 3 Prozent problemlos bewältigen können.“

Dazu trage vor allem der konsequente Ausbau der Belegschaften bei. 2019 werde die Bauindustrie im Jahresdurchschnitt mit 857.000 Beschäftigten das Niveau von 2009 um fast 22 Prozent übertreffen. Dadurch sei die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter im Vorjahr auf nur noch 19.000 zurückgegangen. „Da wir die notwendigen Arbeiter allein in Deutschland nicht mehr rekrutieren können, greifen wir bereits seit Jahren auch auf den europäischen Bauarbeitsmarkt zurück. Der Anteil der Ausländer an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten nähert sich der 20-Prozent-Marke“, erklärte Hübner.

Investitionen angemahnt

Positiv gestimmt sei die Bauindustrie auch für das Jahr 2020. Erwartet werde aus heutiger Sicht ein nominales Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent. Die Politik dürfe allerdings nicht das Vertrauen der Bauunternehmen in die Zukunft aufs Spiel setzen, so der Präsident. Angesichts nicht mehr so stark steigender Steuereinnahmen dürften die vorgesehenen sozialpolitischen Leistungsausweitungen nicht zulasten der Investitionen gehen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das aktuelle KfW-Kommunalpanel, wonach in deutschen Kommunen ein Investitionsstau von 139 Milliarden Euro bestehe (siehe Beitrag Seite 28). „Wenn die Investitionen in die Infrastruktur nicht verstetigt werden und unsere Firmen befürchten müssen, dass der Staat wieder anfängt, an den falschen Stellen zu sparen, werden wir weder unsere Kapazitäten weiter ausbauen, noch wird die Modernisierung unserer Infrastruktur gelingen“, betonte Hübner abschließend.

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Prominente Referenten

Auch dieses Jahr war der Tag der Bauindustrie mit Staatssekretärin Anne Katrin Bohle, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, Bundesminister Hubertus Heil, Staatssekretär Enak Ferlemann und Ministerialdirigent Lothar Fehn Krestas wieder eine politisch hochkarätig besetzte Veranstaltung. Dabei forderte Altmaier in seiner Rede, dass die Zahl der fertig gebauten Wohnungen um mindestens 50 Prozent erhöht werden muss.

Fachlichen Input gaben Dr. Alexander Rieck (Fraunhofer Institut) mit seinem Vortrag zum Thema „Bauen 2030 – Prozesse und Kultur“ und  Prof. Achim Menges (Universität Stuttgart) mit seinem Vortrag zum Thema „„Digitalisierung im Bau – Maschine und Mensch“. Ein Talk zum Thema „Mut zum Wandel“ mit Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, rundete den offiziellen Teil der Veranstaltung ab. Das anschließende Sommerfest wurde von den Gästen als Plattform für Networking genutzt.

Der Artikel stammt aus der Juli Ausgabe von BaustoffMarkt. Abonnenten finden hier einen Zugang zum E-Paper.