Fliesenmarkt Deutschland nach Absatz 2014 bis 2018 in Millionen Quadratmetern. Diagramme/Schaubilder: BK

Spannende Entwicklungen auf Fliesenmarkt in Deutschland

Der Bundesverband Keramische Fliesen hat für uns die Zahlen zum Fliesenmarkt 2018/2019 in Deutschland aufbereitet und einen Bericht dazu verfasst, den wir nachfolgend veröffentlichen. Demnach bleiben die Entwicklungen im Inlandsmarkt spannend.

Deutschland erlebte in den vergangenen Jahren stabile konjunkturelle Rahmenbedingungen mit stetigem Wachstum von jeweils über 2 Prozent im Jahr. 2018 schwächte sich das Wachstum des BIP auf 1,5 Prozent ab.

In diesem Umfeld hat sich auch die Baukonjunktur gut entwickelt. Impulsgeber war und ist der Wohnungsbau. In diesem Segment ist der baugewerbliche Umsatz 2018 um +11,5 Prozent gewachsen und damit vergleichsweise gleich stark wie im Vorjahr. Besonders profitiert haben kleinere Betriebe mit bis 19 Mitarbeitern. Größere Betriebe mit 20 Mitarbeitern und mehr konnten im Vergleich lediglich +4,9 Prozent Umsatz zulegen.

Die Prognosen im Neubausektor weisen bis ins Jahr 2021 stetiges Wachstum aus. Die Zuversicht beruht auf einem beachtlichen Überhang an bereits genehmigten Bauten, die nach und nach abgearbeitet werden. Die derzeit sinkende Anzahl von Baugenehmigungen trägt dem Auseinanderfallen von Baugenehmigungen und Wohnungsfertigstellungen lediglich Rechnung.

Von dieser positiven Entwicklung konnte die keramische Fliese in Deutschland trotz großer Nachfrage leider nicht profitieren. Der Absatz keramischer Fliesen war auch in 2018 rückläufig (-3,3 Prozent).

Weitere Daten, Übersichten, Basisdaten und Prognosen der Bauwirtschaft finden Sie im Baustoff-Jahrbuch 2018/19. Außerdem beinhaltet es die wichtigsten Personalien des Jahres, einen Terminkalender mit den relevanten Branchen-Veranstaltungen sowie ein Adressenverzeichnis der Verbände und Organisationen. Das Baustoff-Jahrbuch 2018/19 können Sie ganz einfach und schnell über unseren baufachmedien E-Shop bestellen.

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Marktanteile Bodenbeläge 2018.

Selbst die erfolgsverwöhnten italienischen Fliesenproduzenten mussten 2018 Absatzeinbußen hinnehmen. Insgesamt zeigen die statistischen Daten ein sehr unterschiedliches Bild der verschiedenen Importländer. Während einige Absatz verloren haben (zum Beispiel Italien, China, Portugal), haben andere Absatzvolumen hinzugewonnen (zum Beispiel Spanien, Polen). Unterm Strich betrugen die Einfuhren circa 103,6 Million Quadratmeter und liegen somit -0,76 Prozent unter dem Vorjahr. Der Erlös aller Importe variiert zwischen 4,9  und 14,0 Euro: Im Durchschnitt liegt er bei 10,9 Euro.

In Deutschland haben sich kürzlich verkündete Werksschließungen bereits im Jahr 2018 auf das Produktionsvolumen ausgewirkt, das dadurch circa -4,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis lag. Gleichzeitig haben die Exporte in 2018 um +3,6 Prozent zugenommen; die drei wichtigsten Exportländer sind die Niederlande, Österreich und die Schweiz. Der Durchschnittserlös aller Exporte liegt bei 13,40 Euro.

Insgesamt ergibt sich folgendes Gesamtbild (in Mio.QM)

  • Produktion  45,1
  • Import  103,6
  • Zwischensumme  148,7
  • abzüglich Exporte  -27,9
  • Verbrauch   = 120,8

Quellen: Verbände, Eurostat und StaBuA - teilweise noch vorläufigr Daten

Der Fliesenmarkt 2019 – es bleibt spannend

Erfreulich ist, dass seit 2008 der Marktanteil der keramischen Fliese an Bodenbelägen von 14 auf circa 24 Prozent gestiegen ist. Umfragen zeigen, dass keramische Fliesen ein beliebtes Gestaltungselement im Haus- und Wohnungsbau geworden sind. In bestimmten Marksegmenten, zum Beispiel Einfamilienhäusern in Fertigbauweise, ist eine durchgehende Bodengestaltung mit Fliesen heute schon beinahe der Normalfall.

Insgesamt herrscht im Markt der Bodenbeläge heute durch neue Belagsmaterialien ein hoher Konkurrenzdruck. Den größten Rückgang in den vergangenen zehn Jahren verzeichneten textile Bodenbeläge mit -9 Prozent am Gesamtmarkt.

Obwohl die Statistiken eine große Anzahl von eingetragenen Fliesenlegern ausweisen, benennen Branchenkenner fehlende Verlege-Kapazitäten als einen der wesentlichen Gründe für die derzeit rückläufige Entwicklung des Inlandsmarktes.

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In Bereichen, in denen die Verlegearbeiten von anderen Gewerken mit übernommen werden, erobert die Fliese derzeit neue Märkte. Ein Beispiel ist der Garten und Landschaftsbau, wo die neuen Outdoor-Fliesen beziehungsweise Platten in Zwei-Zentimeter-Stärke seit ein paar Jahren mit wachsendem Erfolg andere Belagsmaterialien verdrängen.

Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Keramische Fliesen erwarten für 2019, dass sich der Inlandsmarkt überwiegend stabil auf dem Vorjahresniveau entwickeln wird. Peter Wilson, Vorsitzender des BKF und Geschäftsführer der Steuler Fliesen, erläutert, welchen Herausforderungen sich die gesamte Branche in den kommenden Jahren stellen muss: „Erhebliche – teilweise geförderte – Überkapazitäten im Ausland, in deren Folge Preise deutlich unter Druck geraten, Veränderungen im Handel und knappe Verlegekapazitäten setzen nicht nur den deutschen Fliesenherstellern, sondern allen Markteilnehmern zu. Erforderlich sind also neue Konzepte und Ansätze, die von allen Branchenpartnern entwickelt und getragen werden. Für die deutschen Fliesenhersteller bedeutet das, dass wir unverändert an unserer Imagearbeit für die Fliese festhalten, für die wir seit 2008 jährlich einen Betrag von circa 200.000 Euro investieren. Mit Blick auf die derzeitige Beliebtheit der keramischen Fliese gehen wir die genannten Herausforderungen zuversichtlich an.“